597
„Ich komme, meine hübſche Couſine,“ begann ſie,„um zu fragen, was Ihr mit dieſer Eurer Behandlung meines Sohnes beabſichtigt.“
„Ich, Madame!“ rief Margarethe, ſie mit einem Blicke des Schreckens betrachtend.„Ich habe keine beſondere Ab⸗ ſicht bei meinem Benehmen.“
„Dann wünſchte ſch, Ihr hättet ſie und zwar eine ganz andere, als Jedermann ſie Euch beilegt,“ erwiederte Lady Coldenham bitter.„Ich wollte, Ihr beabſichtigt Eurem künftigen Gatten zu gefallen und ihm eine gewiſſe Höflich⸗ keit oder Achtung zu erweiſen.“
Das hieß Margarethe in's Herz treffen.
„Achtung!“ wiederholte ſie.„Was ſollte ich an Ro⸗ bert Woodhall achten?“
„Ihr ſolltet den achten, den Ihr heirathen werdet, 4 ſagte Lady Coldenham;„Ihr ſolltet das Haus achten, aus
dem er entſproſſen.“
„Mein Verſprechen, ihn zu heirathen, wurde mir in einem Augenblicke der tiefſten Seelenangſt grauſam ent⸗
riſſen,“ verſetzte Margarethe mit kalter Ruhe.„Es genügt,
daß ich es halte, ohne daß man weitere Zugeſtändniſſe von mir erwarten darf. Er kann mich zu nichts weiter als zu ſeiner Sklavin machen. Wohl wiſſend, daß ich ihn verab⸗ ſcheute, beſtand er auf einer Bewerbung, die mir, wie er hätte, fühlen ſollen, nur größeren Abſcheu gegen ihn einflößen mußte, und erlangte von meinem armen Vater durch Mittel, welche mir unbekannt ſind, ein feierliches Ver⸗ ſprechen, daß ich die Seine werden ſollte. Er hetzte an


