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Stunde früher daſelbſt geſchehen war.
Eine Stunde etwa, nachdem der Richter ihm ſein Ur⸗ theil verkündigt, ſaß Ralph Woodhall allein mit ſchweren Feſſeln an ſeinen Gliedern und noch viel ſchwererer Laſt auf ſeinem Herzen. Seine ſtarke Entſchloſſenheit hatte ihn durch die ſchauerlichen eben erlebten Scenen durchgetragen; aber jetzt in dieſer letzten einſamen Stunde kam all die Bitterkeit über ihn, welche der Abſchied vom Leben in der erſten Pe⸗ riode jugendlicher Lebensluſt mit ſich bringen mußte.
Plötzlich ging die Thüre auf und ein Schließer trat ein. Er trug ein kleines Inſtrument in ſeiner Hand, und die Thüre ſorgfältig hinter ſich ſchließend, legte er es Ralph in die Hand und ſagte in leiſem Tone, auf die Feſſeln deutend:
„Feilt ſie durch und werft ſie ab; dann laßt ſie und die Feile hinter Euch.“
Ralph betrachtete ihn mit Erſtaunen.
„Was meint Ihr damit?“ fragte er.
„Hab' ich's Euch nicht geſagt?“ wiederholte der
Schließer.„Paßt auf! heute Morgen um ein Uhr müßt Ihr angekleidet und parat ſeyn. So feſt ich die Thüre
auch jetzt verſchließe, ſo werdet Ihr ſie dann geöffnet finden; Ihr geht hinaus und haltet Euch auf dem Gange rechts; dort kommt Ihr an eine Thüre— auch ſie wird offen ſeyn.
Jenſeits derſelben werdet Ihr einen Mann finden, der Euch nicht ſteht, auch Ihr müßt ihn nicht ſehen: geht nur gerade
aus, bis Ihr auf einen Zweiten ſtoßt, der vor Euch hergehen
der Gefangenenzellen treten und erzählen, was eine halbe


