692 nie gehört, daß ein Krieger bei ſeinem kommandirenden Offi⸗ zier hoͤhere Anerkennung gefunden hätte.“
Seit Käthchen unter ſeinem Dache wohnte, war dies das erſtemal, daß er Lutwichs Namen vor ihr nannte, und ſie ſchaute ihm mit forſchendem Blicke in's Geſicht. Sir Harry ſpielte eine Weile mit ſeinem Petſchaft und fragte dann, ſeine Augen auf ſie richtend:
„Sag' mir einmal, Käthchen, biſt Du wirklich entſchloſ⸗ ſen Dich nie zu vermählen?“
„Nie, wenn ich mich deßhalb von Euch trennen müßte,“ verſicherte Käthchen, ihre Hand auf die ſeine legend,„und nie— niemals ohne Eure Zuſtimmung.“
Der alte Mann ſchlang ſeine Arme um ſie und küßte ſie zartlich.—
„Mein theures Käthchen!“ rief er,„jetzt ſage mir auch offenherzig, wie Du immer biſt— liebſt Du Lutwich?
Käthchen lehnte ihr Geſicht an ſeine Schulter und er⸗ wiederte leiſe:
„Ich habe ihn ſo innig geliebt, daß ich mehr als das Leben— daß ich das Glück eines ganzen Lebens für ihn auf⸗ opfern wollte— ich liebe ihn noch immer, um daſſelbe Opfer, wenn es nöthig wäre, zu wiederholen, aber nicht um Euch ungehorſam zu ſeyn oder irgend etwas zu begehen, was Unrecht wäre.“ 1
„Meine Zuſtimmung ſoll Deinem Glücke nie verſagt werden, meine Liebe,“ verſicherte Sir Harry, ſie an ſein
Herz drückend.„Wir wollen denken, meine Theure, Lutwich
ſey in früheren Jahren toll geweſen und ſeine heißblütige


