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Sir Theodor Broughton oder der Gifttrank / von G. P. R. James
Entstehung
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lichen zu freuen, dürfen wir doch mit Recht Gott danken, mein theures Mädchen, daß er Dich, ohne einen Schritt von Dei⸗ ner Seite, den ſogar Dein nur allzu ſkrupulöſes Herz als Deiner unwürdig betrachten könnte, von einer ſo traurigen, Unheil verkündenden Verbindung erlöst hat. Du biſt jetzt frei, mein Käthchen.

Um den Reſt meines Lebens Euch, mein theurer Oheim, zu widmen, erwiederte Käthchen, ihm mit tiefer Liebe in's Geſicht ſchauend.

Nein, nein nicht ganz ſo, meinte Sir Harry lä⸗ chelnd;Du biſt zu einem glücklicheren Looſe beſtimmt, meine Liebe.

Käthchen ſchüttelte traurig das Haupt, und der alte Mann fuhr fort:

Ein Mann, der Deiner Liebe würdig iſt, kann ſie ge⸗ winnen und Deine Hand von mir verlangen.

Nein nein, murmelten ihre Lippen langſam, wäh⸗ rend ſie mit thränenden Blicken zu Boden ſchaute.

Nun wohl, laß uns von heitereren Dingen reden, be⸗ gann Sir Harry von Neuem, um ihr jeglichen oder doch we⸗ nigſtens einigen Troſt zu gewähren.Ich habe eine Nach⸗ richt freudigerer, ungetrübterer Art für Dich, meine Liebe. In Sir Harry Clintons letzter Depeſche über den amerikani⸗ ſchen Feldzug iſt der Name unſeres Freundes Oberſt Lutwich mit dem höchſten Lobe erwähnt einem Lobe, das nicht nur ſeiner Tapferkeit und militäriſchen Geſchicklichkeit, ſondern zugleich ſeinem ganzen Benehmen gilt. Ich habe ſchon manches Jahr gelebt, mein Kind, und meines Wiſſens noch

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