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Jugend habe ihn bei vielen ſeiner Handlungen zum Wahn⸗ ſinn getrieben: wir wollen hoffen, daß er jetzt wieder er ſel⸗ ber iſt, und wenn er ſich auch ferner als ſolchen bewährt, ſo ſoll ihm ſein Lohn nicht entgehen, wenn ich ihn verleihen kann.“
„Gegen mich hatte er nie einen Fehl!“ erwiederte Käthchen,„und während Andere mich verfolgten, hat er mich edelmüthig beſchützt. O mein theurer Oheim, ich kann jene Nacht nie vergeſſen, die ich in ſeinem Hauſe zubrachte— die Güte, das edle Benehmen, die ehrerbietige Zärtlichkeit, die Beachtung jedes meiner Gefühle, die er damals entfaltete. Andere mögen ihn nennen, wie ſie wollen: gegen mich war er immer großmüthig, edel und gütig.“
„Genug, genug, mein Käthchen,“ ſagte der alte Baro⸗ net;„Du haſt genug geſagt, um mein Verfahren zu beſtim⸗ men. Trockne jetzt Deine Thränen, Kind, und komm bald wieder zu uns.“
Ich weiß nicht, ob der Leſer von den Perſonen dieſer Erzählung noch Weiteres zu erfahren wünſcht oder nicht. Damit er es jedoch nicht wünſche oder falls er es thut, nicht getäuſcht werde, will ich noch wenige Worte beifügen.
Sir Harry Jarvis war den ganzen nächſten Morgen mit Schreiben beſchäftigt und ſein ſehr langer Brief ging nach Amerika. Etwa neun Monate ſpäter lag Käthchen in jenem nämlichen freundlichen Wohnzimmer in Lutwichs Armen, und von ſeinem früheren Leben tauchte nie wieder etwas auf, was ihre Ruhe ſtörte. Die Geliebte hatte nicht ſeine Natur,


