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Unter ſo tröſtlichen Betrachtungen legte er ſich nieder und ſchlief ganz ruhig ein. Der Leſer darf ſich nicht darüber wundern, denn Keiner von uns wird ein Unrecht begehen, ohne daß er vor der Anklage ſeines Gewiſſens einen ſolchen Ausweg ſuchte, wenn er ihn auch nicht immer findet.
Kapitän Donovan kam am folgenden Morgen frühzei⸗ tig zum Vorſchein und verlangte ſein Pferd, da er, wie er ſagte, vor dem Frühſtück auf eine Stunde ausreiten wollte. Gleich darauf hörte er Sir Theodors Glocke anziehen und fragte einen der Diener, ob er den jungen Baronet geſehen habe.
„Noch nicht, Sir,“ erwiederte der Mann.„Ich hoffe, es wird heute Morgen beſſer mit ihm gehen.“
„Mir kommt es gar nicht vor, als ob er wohl auf wäre,“ erwiederte Kapitän Donovan.„Habt Ihr bemerkt, wie ſeine Farbe ſich verändert hat? Es würde mich gar nicht überraſchen, wenn er nicht mehr aufkäme.“
Mittlerweile war der Lakai in des jungen Baronets Zimmer hinaufgegangen und Kapitän Donovan ſchlenderte nach dem Stalle, um dort ſein Roß zu beſteigen. Schon hatte er einen Fuß im Steigbügel, als der Mann mit dem lauten Rufe herbeigelaufen kam:
„Halt, halt, um's Himmelswillen, Siss Sir Theodor iſt ſehr krank.“—
„Wo fehli's?“ fragte Donovan augenblicklich anhal⸗ tend.„Was iſt ihm?“
„Ich weiß nicht, Sir,“ verſetzte der Mann:„er ſchnappt nur mühſam nach Luft und hat Schaum vor dem Munde.“


