Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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389 ſer ſind ohne Fenſter, doch ſind die Straßen reinlich,

und die Haͤuſer haben einen engen Hof, zu deſſen bei⸗ den Seiten ſich Waaren⸗Niederlagen befinden. Mitten in dieſem laͤnglichten Viereck befindet ſich das eigent⸗ liche Wohnhaus, wo die Chineſen eſſen, trinken, ſchla⸗ fen, rauchen und ihre Geſchaͤfte treiben. Es zerfaͤllt in zwei Zimmer; der erſte iſt auf eine phantaſtiſche Weiſe mit Waaren aufgeputzt und dient als Laden. In allen Ecken, ſo wie in der Mitte erblickt man Feuer, brennende Lichter, meſſingene Oefen, damit man uͤberall nach Belieben ſeine Pfeife anzuͤnden koͤnne. In dem andern Zimmer werden die Gaͤſte bewirther, weswegen ein Theil des Fußbodens, wo geeſſen und geſchlafen wird, erhaben iſt. Bei Tage liegen auf demſelben die Decken, Polſter und Kiſſen nert aufge⸗ rollt. Die in beiden Zimmern befindlichen eleganten Meubels, ſind von Mahagoni und herrlich polirt.

Die Chineſen waren unternehmend, hoͤflich und geſpraͤchig; allein ſie aͤrgerten ſich, als ich ſagte: ich habe zu Irbutzk einen Chineſen zum Bedienten ge⸗ habt und konnten nicht begreifen, wie ein Menſch, der im himmliſchen Reiche geboren ſey, unter den Ruſſen leben konne.

Viele der chineſtſchen Kaufleute ſprachen gut ruſ⸗ ſiſch; von allen wurde ich freundlich und gaſtfrei auf⸗ genommen, mit Thee, Liqueurs, gebackenem Obſte, Kuchen, Punſch und Cigarren verſorgt. 3

In regelmaͤßigen Eutfernungen von einander ſtehen Laternen, die zu gewiſſen Zeiten mit Licht verſehen werden, und um die Hauſer her haͤngen baumwollene und ſeidene Beutel, falſche Glocken und andere ge⸗ ſchmackloſe Verzierungen. Ich beſuchte den Tempel, der trotz ſeiner abgoͤttiſchen Beſtimmung viel von dem katholiſchen Charakter hat. Bildſaͤulen von weiblichen Heiligen ſahe ich nicht; allein gigantiſche Manner und und Maͤnnerſtatuen in Menge, ſo wie Schnitzwerk, Flitter und Vergoldungen