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Als ich von dort weg an die Gudoga kam, traf ich wieder ſo viel Schnee, daß ich zu Schlirten rei⸗ ſen lonnte; ſo erreichte ich Tſchitta und Udinsk, und zuletzt die Baͤder des letzten Ortes. Das Waſſer hat 1600 Waͤrme. Man empfiehlt es recht ſehr gegen alle chroniſchen und rheumatiſchen Leiden, ſo wie gegen veneriſche Uebel. Es enthaͤlt viel Schwefel. Ueber den Quellen liegt beſtändig ein dicker Nebel, der wohl das Seinige dazu beitraͤgt, daß hier ſo treffliches Ge⸗ muͤſe gebaut wird. Der Ort ſelbſt lient 3 Meilen von Baikal, in einer hoͤchſt mahleriſchen Gegend. In den Monaten Maͤrz und April, nach der Kiaͤch⸗ kaer Meſſe ſind alle Badezimmer, und ſowohl die offentlichen als Privat⸗Gebaͤude mit Kaufleuten und deren Familien uͤberfuͤllt.
Auf dem Wege zuruͤck nach Werchney⸗Udinsk hatte ich Poſtillone, die eben ſo daran gewoͤhnt waren, die Peitſche zu fuͤhren, als ſie zu bekommen. Sie waren Verbrecher, ein ſchaͤdlicher Schlag Menſchen, welche dieſen Dienſt verſehen mußten. Nach Mitter⸗ nacht kam ich uͤber viele Seen, von denen manche ſo ſchaͤdliches Waſſer enthalten, daß viele Verbrecher dadurch ſchon das Leben verloren. Enten, Gaͤnſe und andere Voͤgel ſterben nach dem Genuſſe dieſes Waſſers, welches jedoch auf die Schwaͤne keinen Ein⸗ fluß zu haben ſcheint. Ich ſah eine große Menge da⸗ von auf dem Hauptſee ſchwimmen, und die Einge⸗ bornen ſtellen ihnen aus Furcht niemals nach.
Die Leute, welche hier leben, ſind ruſſiſche Ver⸗ brecher und Schismatiker; nie iſt mir ein aͤrgeres Diebsgeſindel vorgekommen. Wehe dem, der hier zu Lande ohne eigene Lebensmittel reist; gewoͤhnlich wollen ſie gar nichts verkaufen, und wenn es ge⸗ ſchieht, ſo laſſen ſie ſich den ſechsfachen Werth bezah⸗ len. Deßwegen faſtete ich in vielen Doͤrfern.
So kam ich nach Werchnev⸗Winsk zum vier⸗


