Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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vorher war ich durch eine kleine Fabrik gekommen. Der Ort hat ein hohes Alter, und ſoll mit Sſchin⸗ dat⸗Turukuy, dem Geburtsorte des Eroberers von China, identiſch ſeyn. Ich bemerkte viele Ueber⸗ reſte von großen, tartartſchen Brennoͤfen; allein ganz vorzuͤglich zog mich eine Frau von 93 Jahren an. Sie war in der Nachbarſchaft von Nertſchinsk gebo⸗ ren, und beſaß zur Zeit, als ich ſie ſah, nicht nur ihre vollen Geiſteskraͤfte, ſondern war noch ſo ruͤſtig, daß ſie ihrer Wirthſchaft gehoͤrig vorſtehen konnte. Sie bereitete mir eigenhaͤndig ein vorzuͤgliches Mit⸗ tagsmahl, und dann ſetzte ich vergnuͤgt meine Reiſe durch ein ungeheures Weideland fort, nach welchem ich die Feſtung Tſchindat erreichte.

Nun gebrach es gaͤnzlich an Schuee, weßwegen ich mich ſtatt des Schlittens eines Raͤderfuhrwerkes, einer gewoͤhnlichen, offenen Telega bedienen mußte. Der Winter war dießmal ungewoͤhnlich arm an Schnee, ja ſelbſt auf den Bergen bemerkte man keine Spur

davon. Ich kam hierauf in die Naͤhe von Aſchenginsky, der ſuͤdoͤſtlichen Graͤnzfeſtung zwiſchen dem chineſiſchen und ruſſiſchen Reich. Die Beſatzung beſteht aus 60 Koſaken und einem Offizier. Der Ort ſelbſt hat eine angenehme Lage; jenſeits desſelben wird Niemanden geſtattet, ſich anzuſiedeln. Von hier bis Kiaächta beünden ſich noch 3 Feſtungen. Der Weg fuͤhrt an dem Fuße der Berge hin, welche das chineſiſche und ruffiſche Reich trennen. Kiaͤchta war noch 500 M. entfernt, und da man die Pferde nicht wechſeln kann, ſo braucht man zu dieſer Reiſe wenigſtens 10 Tage. So viele Zeit hatte ich nicht uͤbrig; ich ging alſo nach Mogoitu zuruͤck. Dort feierte ich meiner Frau Ge⸗ burtstag durch ein gutes Abendeſſen und ein Glas unſch. Mein Wirth hielt mich jedoch fuͤr einen unggeſellen..