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Verachtung und Unwillen ein gegen die dortigen Be⸗ amten, welche die armen Verbrecher hoͤchſt ſchonungs⸗ los behandeln. Man macht ſich keinen Begriff davon, wie ausgehungert, abgeriſſen und jaͤmmerlich in jeder Hinſicht dieſe Unglücklichen ſind. Was ſie auch im⸗ mer verbrochen haben moͤgen, ſo laͤßt ſich doch damit eine ſo ſchonungsloſe Behandlung nicht rechtfertigen. Knuten und Peitſchenhiebe, Brandmarken und An⸗ ſchmieden halten keinen Vergleich aus mit der unaus⸗
geſetzten Arbeit, welche die Gefangenen ein halb Jahr
lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang leiſten muͤſſen, waͤhrend ſie den Reſt des Jahres vollkommen unthaͤtis zubringen. Von dem Holzhacken, Heumachen und Aufwaͤrterdienſte ſind ſie faſt ganz ausgeſchloſſen, da man fuͤrchtet, ſie moͤchten entlaufen. Wohin koͤn⸗ nen ſie aber fluͤchten? Wer dazu verdammt iſt, den Reſt ſeines Lebens in den Nertſchinsker Minen zu vertrauern, deſſen Tage ſind gezaͤhlt. Was iſt aus den vielen Tauſenden, die jaͤhrlich hieher transportirt werden, was aus ihren Weibern und Kindern gewor⸗ den? Die Arbeiten muͤßten in Stocken gerathen, wenn nicht immer friſche Schlachtopfer anlaugten. 8 Die Hauptfabrik zaͤhlt ungefaͤhr 400 Jurten und 3000 Bewohner. Der Boden iſt ſo rauh und das Klima ſo ſtreng, daß kein Balken von mehr als 8— 10 Fuß Laͤnge zu haben iſt. Der Ort liegt in einem von kah⸗ len, hohen Felſen umgebenen, hoͤchſt unwirthlichen Thale. Jeder Verbrecher erhaͤlt jaͤhrlich 35 Rubel⸗ wovon er Koſt, Kleidung, Feuerung und Wohnung beſtreiten muß. un i n 3 Ich war froh, aus dieſem Aufenthalte des Jam⸗ mers wieder zu kommen, beſuchte Dzurukkaitu⸗ leſsk, das ein großes Dorf, oder eine ſogenaunnte Feſtung am Ufer des Argun iſt, und reiste dann an den Glaͤnzdoͤrfern weiter..— Kondu erreichte ich auf einem ſchoͤnen Wege;


