Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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383 nießen, als ſchlechten Thee; die Armen bekommen nur ſelten Fleiſch zu koſten. Gewoͤhnlich ſchmelzen ſie den Thee mit Fett ein, und eſſen ihn als Gemuͤſe; ſo gibt er ein ziemlich nahrhaftes Gericht. Der Reich⸗ thum der Haͤuptlinge beſteht in bedeutenden Viehheer⸗ den und Pelzwerk; die Schafe und Ziegen ſind in un⸗ geheurer Menge, Hornvieh und Pferde gleichfalls reich⸗ lich vorhanden. Die Buriaͤten ſcheinen faul, unrein⸗ lich, aber ziemlich zufrieden, und eben ſo ſtlaviſch und feig, wie die Kamtſchadalen zu ſeyn. Selenginsk ſelbſt iſt ein erbäͤrmlicher, herab⸗ gekommener Ort, der jedoch 1000 Mann Garniſon als Grenzwache enthaͤlt. Indeßz iſt die Umgegend gut be⸗ völkert, und die Nachkommen der polniſchen Koloni⸗ ſten(4794 hieher verpflanzt) bauen viel Getreide. Sie ſind die einzigen in Sibirien vorkommenden Leute, welche ihr Land duͤngen. Die Ufer der Selenga ſind mit ungeheuren Porphyr⸗Bergen befetzt, und

fuͤhrt. Wir reiſten nach Nertſchinsk ab; die Gegend war maleriſch, bis wir die Buriaͤten⸗Steppe erreichten, auf welcher ſich durchaus kein Landbau, fondern nur uͤppiger Graswuchs findet. Wir hatten wegen Mangel an Schnee uͤble Bahn. So legten wir 100 Meilen zuruͤck, und ſprachen dann bei einem Buriaͤten⸗Haͤuptling ein, deſſen Stamm ſich auf 23 Tauſend Koͤpfe belaufen ſoll. Dieſer Taiſcha iſt ein junger, aufgeweckter Mann. Ich begab mich nach ſeiner Kanzlet, fand ihn aber nicht zu Hauſe. Indeß wurde mir von ſeinem Sekretar ein Paß in mongo⸗ liſcher Sprache ausgefertigt, durch welchen der ganze Stamm verbindlich gemacht wurde, mir hilfreiche Hand zu leiſten, und mir mit Achtung zu begegnen.

er Haͤuptling hat 2 Frauen, die ſich wohl mit ein⸗ ander vertragen. Er iſt den Miſſionaren, welche ihn