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wegen meiner eigenen Beguemlichkeit nicht mehr Zeit verlieren. Wiewohl wir wenig oder keinen Mond⸗ ſchein hatten, ſo konnten wir doch bei Nacht fortreiten, da der Weg durch Baumzweige bezeichnet war.
Am zwoͤlften Tage erreichte ich Kirenga, dann Kutſchuga, und das große volkreiche Dorf Wer⸗ cholensk. Dasſelbe liegt in einer ſchoͤnen Gegend, in welcher brauchbares Getreide und noch mehr Heu gewonnen wird. Man wird mit Hoͤflichkeit empfangen, und mit Gaſtfreundſchaft uͤberhaͤuft. Die Dorfaͤlteſten zeigten ſich zu allen Dienſten bereitwillig und luden mich ſogar ein, die Nacht in ihren bequemen Woh⸗ nungen zuzubringen. Das Land hat Ueberfluß an Vieh und die Doͤrfer ſind ungemein wohlhabend. Hier ſagte ich der Lena für immer Lebewohl, und fuhr dann bei Nacht ohne alle Schwierigkeit durch die Steppe Bratsky. Am Morgen des 17ten Tages erreichten wir Irkutzt Der Gouverneur bot mir ſogleich ein Logis in ſeinem ſtattlichen Hauſe an, was mir um ſo lieber war, da meine junge, mit der Welt unbekannte Frau durch den Umgang mit ſeinen weiblichen Hausgenoſſen nur getwinnen konnte.
Mein Aufenthalt in Irkutzk dauerte bis zum 7. Januar, an welchem Tage ich in Geſellſchaft von zwei Poſtinſpectoren abreiſte. Wir kamen durch die wohlangebauten Ufer der Angora, und viele volk⸗ reiche Doͤrfer. Jedes Haͤuschen hat ſeinen Garten, und uͤberall bemerkt man Zeichen von außerordentli⸗ cher Arbeitsliebe. Wir begegneten Tauſenden von Karren und Pferden, welche von oder nach dem Markte von Kiaͤchta gingen. 3
Wir mußten uͤber einen 40 Meilen breiten See. Das Eis war ſo durchſichtig und ſchluͤpfrig, daß ich mich nicht auf den Fuͤßen balten konnte; dagegen ſind die Pferde ſo daran gewoͤhnt, daß ſie faſt nie ſtuͤrzen. Es iſt unmoͤglich, die Schlittenpferde zum Stillſtande


