Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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380 Obwohl ich zu Jakutzk recht gut aufgenommen

worden war, ſo reiſſe ich doch ſchon mit dem erſten Schlitten am 15. November ab. Gewoͤhnlich kann man jedoch die Lena ſchon am 1. November befahren. Binnen 24 Stunden erreichte ich Taſtakinskoi, und am folgenden Tage Kieſik(220 M.). Der Weg war ſehr ſchlecht, denn ſonſt iſt es in dieſem Lande nichts ungewoͤhnliches, wenn man an einem Tage 380 Werſte, oder mehr als 200 Meilen zuruͤck legt. Von St. Petersburg machte ein Courier die Reiſe bis Kamtſchatka in 103 Tagen; die Entfernung betraͤgt 13,000 Werſte. Wir beobachteten unter Wegs mehrere Nebenſonnen, und erreichten am vier⸗ ten Tage HOlekminsk, wo ich meinen unbrauchba⸗ ren Schlitten gegen einen andern umtauſchte. Man reiſt mit ſolcher Geſchwindigkeit, daß die dadurch eut⸗ ſtehende Zugluft ſchon unertraͤglich wird. Auch wird die Fahrt deßwegen ſchon gefaͤhrlicher, weil der Kut⸗ ſcher nicht gerade aus ſehen kann, ſondern das Geſicht weg wenden, und die Pferde auf das Geradewohl laufen laſſen muß. 3

Am 22. November erreichten wir Wittim, wel⸗ ches deßwegen beruͤhmt iſt, weil dort die ſchoͤnſten Zobel von der Welt gefangen werden. Dieſe Pelze erſter Guͤte ſind jedoch ſo ſelten, daß nicht viele Leute Maͤntel davon tragen, ſelbſt wenn man das Geid nicht ſchonen wollte. Von Wirtim aus hatten wir ſehr ſirenges Wetter, und das Thermometer wechſelte zwiſchen 32 bis 380. Wir machten nun gewoͤhnlich um 8 Uhr Morgens Halt, um Thee zu kochen, den wir nebſt etwas hartem Brode und gedoͤrrtem Fiſch zum Fruͤhſtuͤck genoſſen. Bei dem Mittggeſſen hatten wir gleichfalls etwas Thee, und Abends uͤberdem etwas gedaͤmpftes Rindfleiſch. Weiter ruhten wir nicht aus. Es zeigte ſich, daß meine Frau die Strapazen beſſer ertragen konnte als ich ſelbſt, und ich wollte deßhalb