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weil die Jakuten in den dortigen halbgefrornen Mo⸗ raͤſten ſo viele Pferde verlieren; mir ſelbſt wurden wieder 4 unbrauchbar. Man findet gute Weide; allein die Pferde muͤſſen ſo lange in einem tiefen Sumpfe waden, daß der Froſt ſich zuletzt in ihren Hufen feſt⸗ ſetzt, dieſelben durchdringt, und die Thiere alsdann ſicher aufreibt.. Auch wir fingen bald an, die Folgen der Muͤb⸗ ſeligkeiten und kalten Witterung zu fuͤhlen. Darunter will ich eigentlich mich ſelbſt nicht verſtehen; denn ich befand mich nie beſſer und zufriedener; allein fuͤr ein Frauenzimmer war es gewiß hart, daß ſie bei 15. bis 180 Kaͤlte reiten und die Nacht in dem Schnee zubringen mußte. Ich befand mich im Zelte nie ſo wohl, als unter freiem Himmel; denn der hinein⸗ ſtaͤubende Schnee wird von dem Feuer aufgeloͤst und verurſacht eine unbehagliche Feuchtigkeit. Deßwegen legte ich mich an der dem Winde entgegengeſetzten Seite eines Feuers ſchlafen, und wendete mich um, je nachdem eine Seite zu erfrieren oder die andere zu⸗ verbrennen anfiug. Indeſſen war es ſo ſpaͤt im Jahre geworden, daß wir fuͤrchten mußten, einen Monjat und daruͤber an dem rechten Ufer der Lena aufgehal⸗ ten zu werden, und deßwegen eilten wir ſo ſchnell als moͤglich vorwaͤrts.. Unſerer Pferde waren nach und nach ſo wenige geworden, daß wir unſer Gepaͤck von Ochſen ziehen laſſen mußten; nur ein einziges von jenen erreichte Jakutzk, als wir in dieſem am 1. Oetober einzogen⸗ zur Zeit, wo der Fluß wegen der großen Menge von gewaltigen Treireisbloͤcken faſt nicht zu paſſiren war. Der Gouverneur hatte die Guͤte gehabt, mir ein gü⸗ tes und beguemes Quartier zu beſoͤrgen; ich entließ meine Jakuten, mit deren Betragen ich vollkommen zufrieden geweſen war, obgleich ſie einen Ochſen⸗ ein Pferd und 4 Zentner Rindfleiſch verzehrt hatten.


