372
fruͤhern Empfindungen von den damaligen. Bei der Abreiſe betruͤbte mich die Trennung von der Verlob⸗ ten, und nun hatte ich eine lange und muͤhſelige Reiſe beſtanden, fand meine Braut treu, und ſah meiner nahen Verbindung entgegen. Kamtſchatka iſt eine bedeutende Halbinſel, wo Getreide und Gemuͤſe nie zur Vollkommenheit ge⸗ deihen koͤnnen; denn der Boden findet ſich zu allen Jahreszeiten in der Tiefe von 2— 21 ½ Fuß gefreren. Kartoffeln werden nie reif; der Kohl bildet keine Koͤpfe, und die Erbſen ſetzen keine Schoten an. Da⸗ gegen gedeihen Ruͤben und Radischen vortrefflich, und ungemein kraͤftiges Gras iſt ſowohl auf den zahl⸗ reichen Wieſen, als in den Waͤldern in uͤberſchweng⸗ licher Menge vorhanden. 3
Der Winter nimmt etwa die Haͤlfte des Jahres in Anſpruch; in den ſüdlichen Diſtrikten der Halb⸗ inſel zeigt das R. Thermometer nie unter 200, ſelten unter 12 und 150. Der Fruͤhling iſt die angenehmſte Jahreszeit; dann treiben die Knospen und die Fiſcherei faͤngt an. Dagegen iſt der Sommer wegen der ſchwe⸗ ren Regenguͤſſe und Nebel am wenigſten angenehm. Der waͤrmſte Monat iſt der Juli; das Thermometer zeigt dann 270 R..
An wilden Gewaͤchſen, von denen einige mit Baumrinde vermiſcht, von den Einwohnern gegeſſen werden, iſt Kamtſchatka reich; doch beſteht der Haupt⸗ reichthum in den jagdbaren Thieren, die es in ſolcher


