Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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erreichten. Nachher mußten wir uͤber eine lange

Steppe, unter einem beſtaͤndigen Schneegeſtoͤber, das ſie Purga nennen. Zuweilen ſind dieſe Purgas ſo furchtbar, daß Berge von Schnee aufgeweht, oder gewaltige Thaͤler zugeweht werden. Schneewirbel⸗ winde hemmen den Reiſenden in ſeinem Laufe, oder begraben ihn ſammt den Hunden. Nur in großen Sandwuͤſten richtet der Wind aͤhnliche Verwuͤſtungen an.

Wegen der grimmigen Kaͤlte konnten wir nicht einmal Feuer anzuͤnden, um eine Taſſe Thee zu ge⸗ nießen. Nachdem wir unter unendlicher Anſtrengung noch eine Wuͤſte im Ruͤcken gelaſſen hatten, betraten wir eine ungemein praͤchtige Gegend. Auf der rechten Seite des Thales erhoben ſich gewaltige Tannen; die linke war mit Lerchen, Erlen und Birken beſetzt. Waͤhrend wir ſchnell durch die milchweißen Thaͤler fuhren, wechſelten die angenehmſten Contraſte. Nach⸗ dem wir die Wuͤſte durchgefahren, hatten Schneien und Winde alsbald aufgehoͤrt und ſchoͤnem kaltem Wetter Platz gemacht. So erreichten wir das ange⸗ nehme Dorf Telofka und Niſchnei⸗Kam⸗ tſchatzk, welches vor Alters die Hauptſtadt der Halb⸗ inſel war. Das Thermometer zeigte 36 Waͤrme. Am folgenden Tage hatten wir wieder tiefen Schnee;

die Hunde hatten weder Spur noch Witterung, und

die Treiber ſanken ſammt den Schneeſchuhen zwei

Fuß tief unter. Ich ſah mich alſo zum Umkehren ge⸗ noͤthigt.