Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Der Weg war immer noch gut, enthielt aber mehrere Stellen, die man zur Nachtzeit nicht bereiſen konnte. Das Eis hatte wegen der reißenden Stroͤ⸗ mung noch ſo wenig Feſtigkeit, daß es ſich mehrmals unter uns ſenkte. Allein bei der Schnelligkeit, mit welcher wir fuhren, geſchah kein Ungluͤck.

Um Mitternacht reiste ich nach Kowranskoy⸗ Oſtrog. Die Kamtſchatkiſchen Toions(Haͤuptlinge) ſind geſetzlich verpflichtet, nach jedem Schneegeſtoͤber binnen 24 Stunden den Weg herzuſtellen. Der hie⸗ ſige war ſeiner Verbindlichkeit nicht nachgekommen; er fuͤrchtete ſich ſehr vor der Strafe, und wanderte gerne auf Schneeſchuhen vor uns her. Nach großen Muͤhſeligkeiten langten wir zu Napanas an. Vor⸗ her war ich eine 100 Fuß hohe Schneewand hinab⸗ gerutſcht, an deren Fuße ich, der Fuͤhrer, die Hunde und die Narte in einem Haufen zuſammenlagen. So ſehr ich zum Aerger aufgelegt war, ſo mußte ich doch lachen.

Napanas zaͤhlt 8 Haͤuſer, und der ungemein guͤtige Tvion ließ uns von ſeinen Leuten den Na⸗ tionaltanz auffuͤhren. Er beſteht darin, daß die Glie⸗ der und Geſichtszuͤge auf verſchiedene Weiſe verzerrt werden. Die Frauensperſon, welche die Hauptrolle ſpielt, eroͤffnet den Tanz damit, daß ſie, ohngefaͤhr wie bei unſern Shayltaͤnzen, ein Halstuch zwiſchen den beiden Haͤnden ausgeſtreckt haͤlt, und damit ihr Geſicht bald vor dem einen, bald vor dem audern