Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſondern nur laͤcheln, nicht eher ſingen, bis die auwe⸗ ſenden Mannsperſonen es wuͤnſchen. Im Betreffe des Tanzens ſind ſie ſchon vermoͤge der Beſchaffenheit ihrer Fuͤſſe zu dieſer Art von Bewegung ſchlechterdings nicht geeignet. In Cochinchina hingegen ſind die Frau⸗ ensperſonen luſtig und froͤhlich, und leben auch ſo zwanglos, wie die Mannsperſonen.

Wie in China, muͤſſen auch in Cochinchina die Frauensperſonen alle Arbeiten des Ackerbaues, wie uͤberhaupt alle Arten von Geſchaͤften, welche mit der Landwirthſchaft verbunden ſind, verrichten. Der Fleiß und die Thaͤtigkeit der Frauensperſonen iſt ſo uner⸗ ſchoͤpflich, ihre Geſchaͤfte ſind ſo zahllos, und die An⸗ ſtrengungen, denen ſie ſich unterziehen muͤſſen, ſo aͤu⸗ ßerſt ermuͤdend, daß die Cochinchineſen ſagen: eine Frauensperſon hat neun Leben, und kann man⸗ chen Streich vertragen, ehe ſie umkommt.

Der Cochinchineſe kann ſo viel Weiber neh⸗ men, als ſeine Lage geſtattet. Die Trauungs⸗Zere⸗ monie iſt einfach; ſehr leicht iſt es, die eingegangene Verbindung aufzuloͤſen. Ein Stuͤck Kupfer⸗Muͤnze in Gegenwart einiger Zeugen entzwei gebrochen, gilt als Aufloͤſung der vorigen Vertraͤgs und als foͤrmliche Eheſcheidung.

In Cochinchina iſt das weibliche Geſchlecht des freien Gebrauches ſeiner Glieder und ſeiner Freiheit nicht im Geringſten beraubt. Den Frauensperſonen iſt verſtattet, ohne Zwang und ganz ohne Scheu alle