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Reſchd, wo er Gelegenheit hatte, Verſchiedenes uͤber die Gemuͤthsart und die Sitten der Perſer zu bemerken. 4
Der jetzige Perſer iſt lang und wohlgewachſen; ſtark, kriegeriſch, arbeitſam und tapfer. Seine Farbe iſt ſchwarzlich, beſonders in den ſuͤdlichen Gegenden; die Augen und Haare ſind ſchwarz. Die Perſer ſchee⸗ ren die Köͤpfe bis auf die Haut, nur junge Leute laſ⸗ ſen an jedem Schlafe eine Locke ſtehen, und halten es fuͤr eine Zierde des Geſichtes. Ihre Backen ſind geſchoren, und doch reichen die Baͤrte bis an die Stirne. Sie tragen Tuchmuͤtzen, zehn Zoll hoch, oben mit vier Ecken. Die gewoͤhnliche Farlbe der Kleider iſt karmoiſin, und in der Trauer dunkelblau. Leute vornehmen Standes tragen eine Binde von khermani⸗ ſcher Wolle um das Haupt nach Art eines Turbaus. Dieſe ziehen ſie vor dem Koͤnige ab. Ihre reiche Kleidung iſt durchgaͤngig leicht, und reicht nur bis an die Knie.
Ihre Hemden ſind von bunter Seide oder Baum⸗ wolle; der Hals bleibt beſtaͤndig bloß. Bisweilen tra⸗ gen ſie Tuchſtruͤmpfe, welche locker an ihnen liegen, wie Stiefel. Der ent ſetzlichen Hitze wegen tragen ſie weite Beinkleider. Die Tracht der Frauenzimmer iſt ein wenig veraͤndert, doch ſehr ſchlecht. Sie tragen große Ohrenriuge und manche goldene Ringe in der Naſe. Ihre Hemden ſind von dem ſelben Zeuge wie jene der Maͤnner, und faſt ebenſo gemacht, nur daß


