Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſie bis an den Buſen offen bleiben. Sie bedienen ſich der Beinkleider und Pantoffeln, wie die Maͤnner.

Wenn ſie den Hoͤchſten anrufen, ſo waſchen ſie ſich jedes Mal, und kaͤmmen den Bart. Sie ſind fer⸗ ner gewohnt, ihr Gebet nach dem Pater Noſter abzu⸗ zaͤhlen. Bei gewiſſen Stuͤcken derſelben ſtehen ſie, knien oder fallen auf die Erde; dabei legen ſie die Stirne auf ein Stuͤck Erde. Sie glauben, es ſey von Mekka gebracht, und habe eine gewiſſe Zauber⸗ kraft; es wird beſtaͤndig oben an den Arm gebunden herumgetragen. Der Name Gottes wird nie anders, als mit Ehrerbietung und bei feierlichen Gelegenheiten ausgeſprochen.

Im gemeinen Leben redet der Perſer tuͤrkiſch; doch bei gelehrten Sachen bedient man ſich der arabiſchen Sprache, in welcher das meiſte ihrer Wiſſenſchaft ent⸗ balten iſt.

Die gebraͤuchliche Verehrung des Feuers wurde ſchon oben angefuͤhrt. Hier Einiges von dem Feuer zu Baku, welches ſie das ewige nennen. Dieſer Gegenſtand der Andacht iſt ein kleiner ſteinener Tem⸗ pel, und in demſelben ein Altar, auf welchem eine helle blaue Flamme lodert, welche die Indier jetzt noch verehren. Sie glauben, es beſtehe ſeit der Weltſchoͤ⸗ pfung, und werde immer fortdauern. Viele wallfahr⸗

ten hierher, um Vergebung der Suͤnden zu erhalten.

Bei dieſer Gelegenheit bezeichnen ſie den Leib mit Safran, und haben eine große Hochachtung fuͤr eine