341
Preis bezah en ſollte. Dieſes konnte er vermoͤge der
kleinen Summe Geldes, welche er in Aſtrabad em⸗
pfangen, und vermoͤge einiger Stuͤcke Silberſtoff⸗
welche er gegen das ſchlechte Wetter um den Leib ge⸗ wickelt hatte.
Sehr viele Fluͤſſe, uͤber welche in dieſer Jahres⸗ zeit ſchwer zu ſchreiten iſt, machten den Weg be⸗ ſchwerlich. Der Nordwind erregte ſo große Wellen, daß viele Pferde in denſelben ertranken. Die Furcht machte den Khan ſo aͤngſtlich, daß er die Luſt zum Reiſen verlor. Er begab ſich nach Tunikabune un⸗ ter dem Vorwande, dem Vorruͤcken der Feinde noch geſchwinder Einhalt zu thun. Seine Abreiſe war fuͤr unſern Wanderer ein großes Gluͤck. Der nachfolgende Befehlshaber begegnete ihm ſehr freundſchaftlich, und
verſchaffte ihm etwas zu eſſen, nachdem er ſeit mehr
als 40 Stunden keinen Biſſen erhalten hatte.
Der Weg durch moraſtige Waͤlder ward noch be⸗ ſchwerlicher gemacht durch die von den Fluthen um⸗ geworſenen Baͤume. Jedoch war die Luft anmuthig kuͤhl, und man genoß eine ſchoͤne Ausſicht auf ver⸗ ſchiedene Berge in der Ferne, welche mit Weinſtoͤcken, Pomeranzen⸗ und Zitronenbaͤumen bepflanzt waren. Endlich hatten ſie ohne weitere große Beſchwerlichkei⸗ ten die ganze Landſchaft Nazanderan bis Langa⸗ rood zuruͤckgelegt. Hier ſchaffte Hanway ſich Vieh und Lebensmittel an, und reiſte dann eiligſt nach dem Lager. Denn man ſchmeichelte ihm noch immer mit


