311
jetzt befindatt ſich noch dreißig armeniſche Familien da. Jul fa wurde von dem Großen Abas zerſtoͤrt.
Der Araxes ſcheidet Armenien von Medien, entſpringt auf dem Gebirge, auf welchem die Arche Noass ſich niedergelaſſen haben ſoll, und ergießt ſich in das kaspiſche Meer; er iſt groß, reißend, und ver⸗ theilt ſich in viele kleine Arme, welche keinen Na⸗ men haben. Wir ſetzten uͤber den Fluß, und reiſten den 414. fuͤnf Meilen durch eine huͤgelige und gegen Nordoſt gelegene Landſchaft, und ließen auf der Seite ein großes Feld liegen, auf welchem im vorigen Jahr⸗ bunderte viele Schlachten mit den Tuͤrken vorgefallen ſind. Das Gebiet, welches wir durchreiſt hatten, en⸗ digte ſich zu Alacou. Die Perſer ſagen, dieſer Ort foll von Alacou, einem maͤchtigen tatnriſchen Prin⸗ zen, welcher einen großen Theil Perſiens bezwang, und eine Stadt daſelbſt erbaute, welche von den Tuͤr⸗ ken und Perſern zerſtoͤrt wurde, ibhren Namen haben.
XVI. Den 15. blieben wir in der ſchoͤnen Stadt Marand von 2500 Haͤuſern und vielen Gaͤrten; ſie liegt am Fuße eines Berges an einer ſchoͤnen, eine Meile breiten und fuͤnf Meilen langen Wieſe. Der kleine Fluß Zelou⸗ lou theilt ſie in der Mitte, und bewaͤſſerte ſie. Die Stadt iſt bevoͤlkerter und ſchoͤner als Nacchivan; man ſieht hier die Coche⸗ nille, mit welcher der Scharlach gefaͤrbt wird. Die


