Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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nen, verkauft nach Gefallen ihre Kinder, oder macht ſie zu Leibeigenen. Der Glaube und Gottesdienſt der Georgier kommt mit jenem der Mingrelier uͤberein. l. Tifflis iſt eine der ſchoͤnſten und zierlichſt gebauten Staͤdte Perſiens, obgleich nicht gar zu groß. Sie liegt am Fuße eines Berges, welcher ge⸗ gen Oſt von dem Fluße Kur beſpuͤhlt wird; er ent⸗ ſpringt auf den Bergen Georgiens und vereinigt ſich ſpaͤter mit dem Araxes. Der groͤßere Theil der Haͤuſer an der Seite dieſes Stromes auf einem Fel⸗ ſen gebaut, iſt an der Landſeite mit einer ſtarken und ſchoͤnen Mauer umgeben. Sie liegt der Laͤnge nach von Suͤd gegen Nord, und hat gegen Suͤd eine große, an dem Berge abwaͤrts erbaute Feſtung, welche von eingebornen Perſern beſetzt iſt. In Kriegszeiten iſt ſie ein Zufluchtsort; Verbrecher und Schuldenmacher koͤnnen in derſelben ungekraͤnkt leben.

Tifflis hat 14 Kirchen; 6 gehoͤren den Geor⸗ giern, die uͤbrigen den Armeniern. Man findet keine Moſchee, weil das Volk den Bau derfelben nicht zu⸗ laͤßt, aber ſehr ſchoͤne Gebaͤude und Plaͤtze; die Ba⸗ ſars ſind aus Steinen erbaut, die Karavanſeraien be⸗ quem. Baͤder gibt es wenige, weil die Einwohner die Mineralbaͤder in der Feſtung beſuchen. Unſtreitig das ſchoͤnſte Gebaͤude in Tifflis iſt die Reſidenz des Prinzen. Dieſelbe iſt mit großen Saͤlen und Galle⸗ rien geziert. Vor dem fuͤrchterlichen Pallafte iſt ein großer viereckiger Platz rings mit Kauflaͤden umge⸗