Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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liſtig, betruͤgeriſch, meineidig und treulos, der Trun⸗ kenheit und Wohlluſt ergeben. Die Geiſtlichen betrin⸗ ken ſich ebenſo wie der Poͤbel, und halten ſchoͤne Skla⸗ vinen als Beiſchlaͤferinnen. Kein Menſch aͤrgert ſich daran, weil es Gewohnheit und von den Vornehm⸗ ſten eingefuͤhrt iſt. Nach der Ausſage des Oberen der Kapuziner, ſoll der Catholicos, d. i. der Patriarch von Georgien, bekannt gemacht haben, daß wer an hohen Feſt⸗ und Feiertagen ſich nicht toll und voll ſaufe, fuͤr keinen Chriſten zu achten ſey. Die Georgier ſind große Wucherer. Das weibliche Geſchlecht iſt ſehr boͤſe, laſterhaft und wohlluͤſtig. Uebrigens aber ſind ſie auch hoͤflich und freundlich, ehrbar und ernſthaft. Ihre Gebraͤuche ſind ein Gemiſche von ihren und der Nachbarn Sitten.

Man findet auch Armenier, Griechen, Juden, Tuͤrken, Perfer, Indier, Tataren, Moskowiter und Europaͤer. Die Armenier uͤbertreffen hinſichtlich ihrer Anzahl die Georgier. Beide haſſen einander wegen der Ungleichheit ihres Gemuͤthes, ihrer Sitten und ihres Glaubens. Sie haben gegen einander einen na⸗ tuͤrlichen Abſcheu, und heirathen nie zuſammen.

Die Wohnungen der Großen, wie alle oͤffentlichen Gebaͤude und Pläͤtze ſind nach Art der Perſer gebaut. Der Adel des Landes beherrſcht die Unterthanen auf eine grauſame und tyranniſche Art. Er hat Recht uber Habe und Gut, Freiheit und Leben ſeiner Untertha⸗