Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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270 Familie noch großen Ueberfluß haben. Sein Hofſtaat beſteht bei feſtlichen Tagen aus s00 Edelleuten, an ge⸗ woͤhnlichen Tagen aus 26; jener ſeiner Gemah⸗ lin aus 100 Adelichen maͤnnlichen und weiblichen Ge⸗ ſchlechts. Die Religion der Einwohner von Kol⸗ chos war ehemals keine andere, als jene der Griechen. Nahe an dem Meeresſtrande, und nahe bei dem Fluße Corax zeigen die Mingrelier einen Ort, Pigivi⸗ tas genannt, und neben ihm eine Kirche mit 3 Ge⸗ woͤlben und Schwibboͤgen: hier ſoll der heilige An⸗ dreas gepredigt haben. Was ich von Religion bei ih⸗ nen geſehen habe, beſteht darin, daß die Weiber zu⸗ weilen kleine Wachslichter anzuͤnden, dieſelben an ihre Haus⸗ oder Kirchthuͤre ankleben, bisweilen etwas Weihrauch anzuͤnden, ſich gegen die Sonne wenden, tief verneigen, und große Kreuze vom Kopfe bis auf die Fuͤße machen. Ihre Prieſter und Biſchoͤfe ver⸗ richten die kirchlichen Gebraͤuche, taufen und leſen Meſſe.

Wenn einem Weibe der Mann, oder ein naher Blutsverwandter ſtirbt, zerreißt ſie ihr Kleid, entbloͤßt ſich bis an den Guͤrtel, reißt die Haare aus dem Haupte, zerfleiſcht den Leib und das Geſicht, ſchlaͤgt ſich auf die Bruͤſte, ſchreit, heult, knirſcht mit den Zaͤhnen, ſchaͤumt mit dem Munde, und ſtellt ſich, als ſey ſie beſeſſen. Die Maͤnner bezeugen ihr Leid auf eine eben ſo barbariſche Art. Die Trauer dauert 40 Tage, nimmt jedoch waͤhrend dieſer Zeit ab. Die erſten zehn