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das Abfuͤhrende deſſelben zu vermindern. Außerdem waͤchſt zu Mingrelien etwas Reis. 2
Die gewoͤhnlichen Speiſen des Landes beſtehen in Rind⸗ und Schweinefeiſch. Gefluͤgel findet man ſelten, das Wildprett iſt ſehr ſchmackhaft.
Der Mingreliſche Adel beſchaͤftigt ſich bloß mit Jagen und Hetzen und bedient ſich bei der Jagd ab⸗ gerichteter Falken. Man findet viele und gute Pferde, ſie werden nicht beſchlagen, und ſo bald man von ih⸗ nen abgeſtiegen iſt, nimmt man ihnen Sattel und
Zaum und treibt ſie auf die Weide, von welcher ſie allein leben muͤſſen.
Den 30. Auguſt ſegelten wir nach dem Hafen Douſſa(Salzgrube). Dieſe ſind große und ſalzige Moraͤſte, 60 Meilen von Kaffa. Das Salz kann man nach Belieben nehmen, weil es von Niemand bewacht wird. Dieſe Salzgruben koſten nichts zu un⸗ terhalten. Man leitet das Meerwaſſer auf den ſchlam⸗ migten Grund der Moraͤſte. Bei den Strahlen der Sonne laͤuft das Salz zuſammen, wird hart, weiß und ſchoͤn. Eine Meile von dieſen Salzufern wohnen Tataren. In dieſer Gegend ſah ich wenige Haͤuſer, aber ſehr viele Zelte, welche nach Tatariſcher Art ge⸗ baut ſind. Dieſe koͤnnen in kurzer Zeit abgebrochen werden. Ihr Fuhrwerk beſteht in Pferden und Och⸗ ſen zugleich, die Bewohner ſind Mahumetaner und ſehr aberglaͤubiſch.


