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Den 8. September entdeckten wir die an dem Ka⸗ nale des Maeotiſchen Sees gelegenen ſehr hohen Kuͤ⸗ ſten, obwol wir noch 30 Meilen davon entfernt wa⸗ ren. Abends waren wir nicht weit vom Kap Cuo⸗ dos, dem Coro condama des Ptolemaͤuszes geht weit in die See. Die herumliegenden Laͤnder koͤnnen we⸗ gen ihrer Hoͤhe von weitem geſehen werden. Wir ſegelten von Kaffa bis an das Vorgebirge immer in dem Kanale, und gingen von da bis Mingre⸗ lien am Ufer von einem Orte zum andern.
Von Kaffa bis nach dem Maeotiſchen Ka⸗ nal ſind 120 Meilen. Das zwiſchen beiden gelegene Land iſt dem tuͤrkiſchen Sultane unterworfen, und wird von den Tataren nur an wenigen Orten, weil es meiſtens oͤde und wuͤſt iſt, bewohnt. Von dem Maeotiſchen Kanale bis Mingrelien rechnet man 600 Meilen. Man ſchifft an den, auf Seiten mit ſchoͤnem Gebuͤſche und Waͤldern bedeckten Gebir⸗ gen, welche von Kirkaſſiern bewohnt werden, hin. Dieſe Voͤlker nennen die Tuͤrken Cherkes, die Alten Za⸗ geens; ſie ſind von der Pforte unabhaͤngig. Das Klima iſt ungeſund, feucht und kalt; Getreide waͤchſt hier nicht.
Dieſe Voͤlker von Natur wild und roh, haben, obwohl ſie ehemals Chriſten waren, jetzt keine Reli⸗ gion. Sie wohnen in hoͤlzernen Huͤtten, gehen bei⸗ nahe ganz nackt, und ſind Feinde der benachbarten Voͤlker. Sie verkaufen einander als Sklaven an die
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