Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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den wohnenden Kirkaſſter nennen die Tuͤrken Kara Cherkes, ſchwarze Kirkaſier, wegen des vie⸗ len Nebels in dieſem Lande, obwohl ſie ein ſchoͤnes Volk ſind. Sie haben keine Religion, leben blos vom Raube, gehen faſt nackt und wiſſen von keiner Kunſt und Wiſſenſchaft. Sie uͤbertreffen durch Koͤr⸗ pers⸗Groͤße die andern Voͤlker. 1

Das ehemals beruͤhmte Koͤnigreich Kolchis nen⸗ nen die Orientalen Odiſche und die Einwohner Mingrels. Das Land iſt uneben und gebirgig, und beinahe ganz mit Waͤldern bedeckt, das Klima feucht und ungeſund. An Waſſer hat es großen Ueber⸗ fluß. Aus dem Kaukaſus entſpringen die ſchoͤnſten und groͤßten Quellen, welche in Stroͤme vereint ſich in das ſchwarze Meer ergießen. Die vorzuͤglichſten Fluͤſſe ſind der Codours und Socom.

Der Boden iſt unfruchtbar, die Fruͤchte ſind wild und unſchmackhaft. Sehr gut aber gedeiht der Weinbau. Die Einwohner bedienen ſich ausgehoͤhlter Baͤume, ſtatt der Faͤſſer; in dieſen preſſen ſie die Trauben, gie⸗ ßen dann den Saft in große irdene Gefaͤße und gra⸗ ben ſie nicht weit von ihren Haͤußern in die Erde. Das gemeine Getreide, Gom genannt, iſt klein und ſieht dem Hirſe aͤhnlich. Es wird im Sommer, wie der Reis geſaͤet. Aus dem Teiche des Kornes wird ein ſehr weißes, feines Brod bereitet. Wenn man davon ißt, muß man ein wenig reinen Wein trinken, um die Kaͤlte und