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ſellſchaft eines griechiſchen Kaufmanns, welcher nach Kolchis ging, die Reiſe uͤber das ſchwarze Meer zu machen.
Dem 19. Juli brachte mir der griechiſche Kauf⸗ man die Nachricht, daß unſere Saique bei der Enge des ſchwarzen Meeres ſegelfertig liege, und nur auf guten Wind warte. Um nicht von den Tuͤrken ent⸗ deeckt zu werden, hielt ich mich drei Tage bei dem Geſandten Sinibaldi Fieſchi in einem an dem Bosphorus gelegenem Luſthauſe auf, und noch vier Tage in einem griechiſchen Kloſter an dem Ende des Kanals auf der europaͤiſchen Seite unſerm Schiffe ge⸗ genuͤber.
Der thraziſche Bosphoros iſt einer der ſchoͤnſten Plaͤtze in der Welt. Der Kanal iſt 15 Mei⸗ len lang und 2 breit, jedoch an einem Orte ſchmaͤler und breiter, als an dem anderen. An beiden Seiten der Ufer ſind Luſthaͤuſer, dickes Gebuͤſche, Thiergaͤr⸗ ten, Waͤlder mit Quellen und Blumengaͤrten. Die von dem Kanale 2 Meilen entfernte, und uͤberaus ſchoͤne Gegend der Stadt Konſtantinopel iſt un⸗ vergleichlich, und gewaͤhrt eine herrliche Anſicht. Die ganze an dem Bosphorus befindliche Gegend iſt we⸗ gen ihrer Kruͤmmungen ſehr ſchoͤn, und wird bei hei⸗ terem Wetter von vielen hundert zierlichen Barken befahren.
II. Den 11. ging ich unter Segel; auf unſerm Schiffe befanden ſich 200 Perſonen. Ich und mein


