Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Konſtantinopel wohnenden franzoͤſiſche Untertha⸗ nen gefangen nehmen laſſen. Mein bedeutender Vor⸗ rath an Mobilien benahm mir die Hoffnung zu Flucht; auch konnte ich mich, wenn ich zu Land nach Per⸗ ſien reiſen wollte, in drei Monaten aus der Tuͤr⸗ kei nicht entfernen. In dieſer mir beſchwerlichen Verwirrung zeigte mir der Hoͤchſte, welcher in den groͤßten Widerwaͤrtigkeiten mir Beiſtand geleiſtet hatte, einen Weg, wie ich am ſicherſten aus Konſtanti⸗ nopel kommen koͤnnte.

Ungefaͤhr 20 Meilen von Tanais hat der Groß⸗ Sultan eine Feſtung, welche Azag heißt; jaͤhrlich wird ein Commandant mit Geld und Leuten dahin geſchickt. Theils wegen der Kuͤrze des Weges, denn es werden nur 1300 Meilen dahin gerechnet, theils wegen des Beſorgniſſes zu Lande in die Haͤnde der Tartaren, Koſaken und Moskowiten zu gerathen, wird die Reiſe zur See dahin gemacht. Eine Art kuͤrkiſcher Schiffe, Saiques, auf welchen der Commandant faͤhrt, darf von den Mauth⸗ und Zollaufſehern nicht beſichtigt werden, alle Guͤter auf denſelben ſind frei, und der Commandant iſt nur allein Aufſeher. Dieſe Saiaue ſegelt bei Kaffa, einer beruͤhmten Stadt und einem Hafen in der krimmiſchen Tartarei vor⸗ bei. Dieſer Weg iſt der bequemſte und kuͤrzeſte von Konſtantinopel nach Perſien.

Die Verweigerung eines Paſſes verurſachte mir vielen Kummer. Endlich entſchloß ich mich in Ge⸗