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und andern Inſeln des Archipels vorbei, und ge⸗ riethen bei Micone mit einem Seeraͤuber von Li⸗ vorno in Streit.
Man findet uͤberhaupt vierzig chriſtliche Seeräͤn⸗ ber auf dem Archipel, deren einige aus Majorka und Ville Franche, andere aus Livorno und Malta auslaufen. Ihre Schiffe ſind klein, ſchlecht verproviantirt, aber ihre Mannſchaft iſt ſtreitbar, und obwohl Chriſten, dennoch unerhoͤrt grauſam gegen die Einwohner der an dem Archipel gelegenen Inſeln.
Nachdem wir vier Monate geſegelt waren, und große Kaͤlte und viele Seeſtuͤrme ausgeſtanden hatten, langten wir den:. Maͤrz 1672 in Smyrna an. Dieſe beruͤhmte Stadt treibt ſehr ſtarken Handel mit den Englaͤndern, Hollaͤndern, einen unbedeutenden aber mit den Genueſern.
Nach einem zwoͤlftaͤgigem Aufenthalt zu Smyrna ſegelte ich nach Konſtantinopel, und kam den 9. Maͤrz 1672 daſelbſt an, wo ich meine Kiſten und Kaͤ⸗ ſten mit dem Wappen des franzoͤſiſchen Geſandten, Herrn v. Nointel, zeichnen ließ; denn die an der Pforte befindlichen Geſandten haben das Privilegium, daß ihre Guͤter, und jene der Fremden auf ihren Na⸗ men, von Abgaben frei ſind.
Wegen der abgebrochenen Unterhandlungen des franzoͤſiſchen Geſandten mit dem Großvezir, ſchwebte ich in großer Furcht. Dem Geruͤchte nach wollte der Großvezir den franzoͤſiſchen Geſandten und alle zu


