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keinem Staatsamte gelangen konnte, wieder nach In⸗ dien zu reiſen. Daſelbſt iſt der Kaufmannsſtand ſehr geehrt, und ſelbſt ſouveraine Haͤupter ſchaͤmen ſich nicht, Handelſchaft zu treiben.
Schon im J. 1666 wurde ich von dem Koͤnige Perſiens beauftragt, an ſeinen Hof als Kaufmann zu kommen, Kleinodien von ſehr großem Werthe ſchnei⸗ den, und nach der eigenen Handzeichnung ſeiner Ma⸗ zeſtaͤt bearbeiten zu laſſen. In dieſer Unternehmung von der Madame Lescot unterſtuͤtzt, durchreiſte ich mit dem Gefaͤhrten meiner erſten Reiſe, Roiſin aus Lyon, in einem Jahre und zwei Monaten die reichſten und vorzuͤglichſten Laͤnder Suropa's, um die ſchoͤn⸗ ſten und groͤßten Juwelen, große und runde Perlen und kuͤnſtlich gearbeitete Korallen zu kaufen. Wir lie⸗ fen uͤberdieß noch bei den Goldarbeitern die ſchoͤnſten Arbeiten und praͤchtige Uhren verfertigen, und ſchick⸗ ten einen Vorrath von 12,000 Dukaten nach Ita⸗ lien. Mein Gekfaͤhrte reiſte vor mir von Genua nach Livorno, ich gegen Ende Oktobers nach Mai⸗ land und Florenz.
Den 10. November fuhren wir mit einer Kauf⸗ fahrteiflotte nach Smyrna bei Meſine, Zante
mehrerer orientaliſcher Sprachen erleichterte ſeinen Zutritt bet mehrern Miniſtern, durch welche er mit den Verhaltniſſen der Laͤnder vor anderen Reiſenden bekannt werden konnte.


