Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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noch uͤbernahm er irgend ein Amt. Statt deſſen ord⸗ nete er die Buͤcher Chi⸗kiug und Chu⸗king, und jene fuͤr die Ceremonien und Muſik, welche alle ſo vermiſcht waren, daß ſie nicht einmal mehr ein geſon⸗ dertes Ganze ausmachten. Dieſe neue Ordnung und Abtheilung gewann ihm eine außerordentliche Zahl von Zuhoͤrern. Bald eilten die Weiſen der entfernte⸗ ſten Provinzen herbei, um den Unterricht eines ſo großen Meiſters zu genießen.

Im Jahre soo wurde Confucius durch Ting⸗ kong zum Amte eines Tſe⸗kong, d. i. Praͤſidenten des Tribunals der oͤffentlichen Arbeiten ernannt. Der Philoſoph verwaltete es mit ſo vieler Gerechtigkeit, Sorgfalt und Uneigennuͤtzigkeit, daß er den allgemei⸗ nen Beifall erlangte. Sein ganzes Streben gieng da⸗ hin, den alten guten Regierungs⸗Geiſt wieder zu er⸗ wecken: waͤren die Zeiten guͤnſtiger geweſen, ſo wuͤr⸗ de ſein Streben gewiß gelungen ſeyn. Im Jahre 497 wurde Confucius zum Staats⸗Miniſter des Fuͤr⸗ ſenthums Lou ernanut. Kaum hatte er ſein Amt uͤbernommen, ſo ließ er Chao⸗tching⸗mao, welcher

viele Unordnungen in der Regierung veranlaßt hatte, in Verhaftung bringen und hinrichten. Als ſeine Schuͤler ihr Staunen uͤber dieſe Strenge bezeigten, erwiederte er ihnen:es gibt fuͤnf Verbrechen, welche jeden Menſchen ſtrafbar machen, als waͤre er Straſſen⸗ Naͤuber. Naͤmlich ein betruͤgeriſches Herz, ein argli⸗ ſtiges Betragen, ſchoͤne Beredſamkeit voll Luͤgen und