Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

113

wenn der Herr nicht wirklicher Herr iſt, ſo iſt auch der Untergeordnete kein wirklicher Unterthan; auf gleiche Art verhaͤlt es ſich mit Vater und Sohn. Man mag uͤbrigens noch ſo reich ſeyn, ſo kann mau nicht in bloßer Ruhe leben.

Noch im Jahre 610 war Confucius am Hofe King⸗kongs, wo er ſich bemuͤhte, die weiſe Regie⸗ rung der Alten herzuſtellen. Er haͤtte ſehr gewuͤnſcht, ſeine Grundſaͤtze in den Staaten von Tchou und Dein bekannt zu machen, wo er ſie haͤtte glaͤnzen laſ⸗ ſen, allein die Fuͤrſten derſelben waren zu ſehr fuͤr das Gold, und fuͤr ihre Macht eingenommen. Dage⸗ gen fragte ihn der Fuͤrſt von Tſi ſtets uͤber die Re⸗ geln einer guten Regierung, hoͤrte ſie auch gern an, lobte ſie ſogar, befolgte ſie aber ſehr wenig. Da Con⸗ fucius uͤber dieſe Erſcheinung betroffen ſchien, ſo erklaͤrte ihm King⸗hong: er fey zu alt, um ſich mit dieſer Neuerung zu befaſſen. Confucius, weit entfernt auf die Befolgung ſeiner Lehre zu dringen, verließ das Land von Tſi, und kehrte in ſein Vater⸗ land zuruͤck.

Daſelbſt waren die Unordnungen und Aufruhren, welche der Stolz und das ſchlechte Betragen des in⸗ zwiſchen eingetretenen Regenten Ki⸗chi veranlaßt hat⸗ te, ſo nachtheilig, daß auch die erſten Regierungs⸗ Jahre ſeines Nachfolgers Ting⸗kong, nichts weniger, als erfreulich waren. Deßwegen miſchte ſich Confu⸗ eins weder in die Angelegenheiten der Regierung,

52. Pd. China. II. 1. 8