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Wir paſſirten gluͤcklich die Linie, ſahen den 29. das Vorgebirge Frio, und liefen am folgenden Mor⸗ gen in den praͤchtigen Hafen von Rio de Janeiro ein. Dieſer bietet dem entzuͤckten Zuſchauer ein uͤber alle Beſchreibung praͤchtiges Schauſpiel dar. Sind nun die Naturſchoͤnheiten von Rio de Janeironoch heute ſo unbeſchreiblich ſchoͤn und bezaubernd, um wie viel muͤſſen ſie es zu der Zeit geweſen ſeyn, wo dieſer jetzige Meeresarm noch blos ein Landſee von reinem und kryſtallhellem Waſſer war?
Alle Anhoͤhen in der Gegend der Stadt Rio tra⸗ gen auf ihrer Spitze ein Schloß oder ein Fort, eine Kirche oder ein Kloſter, und viele von den, in dem ungeheuern Hafen zerſtreuten Inſeln ſind durch aͤhn⸗ liche Gebaͤude verſchoͤnert. Die Stadt Rio(eigent⸗ lich St. Sebaſtian) hat eine bezaubernd ſchoͤne Lage auf einem hervorſpringenden viereckigen Vorgebirge, von welchen drei Seiten in den Hafen hinausragen, die vierte aber durch eine Reihe von hohen, mit Wal⸗ dungen bedeckten Bergen gegen die herrſchenden Weſt⸗ winde geſchuͤtzt wird. Kaſtelle auf Anhoͤhen ſind zum Schutze der Stadt errichtet. Die Stadt hat einen ſehr betraͤchtlichen Umfang, und ſoll wenigſtens s0,000 Einwohner in ſich faſſen. Bemerkenswerth iſt der Paſſeo Publico, oder der zum oͤffentlichen Spa⸗ ziergang dienende Garten. Alle Theile der Stadt ſind binlaͤnglich mit Waſſer verſehen; alle Hauptſtraßen auf beides Seiten mit großen Granit Quaderſteinen


