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Die große und geraͤumige Stadt Kanton beſteht aus der Vorſtadt, Alt⸗ und Neuſtadt. In erſterer haben die Europaͤer ihre Faktoreien; ſie iſt durch eine Mauer von den beiden andern getrennt. Sich in dieſe zu begeben, war vorher den Europaͤern erlaubt, jetzt iſt es verboten. Die Straßen ſind ſehr enge, mit viereckigen Steinen belegt, ſo daß, wenn 2 Perſonen mit einander gehen, die dritte, welche vorbei will⸗ einem der Vorgehenden an dem Arme laufen muß. Die Querſtraßen ſind an jedem Ende mit einer Pforte verſehen welche Abends, wenn es fiuſter wird, ge⸗ ſchloſſen werden. Laͤßt der gemeine Mann ſich nach 9 Uhr auf der Straße finden, ſo wird er in Verhaft genommen. Die Straßen werden uͤberall ungemein rein gehalten. In der Vorſtadt findet man 2 ka⸗ tholiſche Kirchen und 2 Kollegien, und in der Altſtadt ein Jeſuiten⸗Kollegium. Die Miſſionaire und Prie⸗ ſter bei den Kirchen in Kanton ſind, Franzoſen und Spanier.
Rach der Religion herrſcht in China Abgoͤtterei; jedoch giebt es verſchiedene Sekten. Einige nehmen ein goͤttliches Weſen und die Unſterblichkeit der Seele, u. ſ. w. an. Dieſem Glauben ſind faſt alle Gebildete zugethan. Die Ponzen ſind Goͤtzendiener, und leben ſtaͤts in Pagoden. Sie dienen ihrem Abgott Joß Morgens und Abends mit Pfeifen, Trommeln und Geſaͤngen. Sie ſpeiſen nichts, was ehedem Leben gehabt hat, oder noch erhalten koͤnnte. So geniehen


