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nach dem Tode ſeines Vaters das Reich im Beſitz. Sind mehrere Bruͤder da, ſo gibt es gewoͤhnlich Streit um die Krone. Jeder ſucht ſich einen Anhang zu verſchaffen, die Oberhand erhaͤlt gewoͤhnlich der, wel⸗ cher die Kaſſe hat. Die Bruͤder des Koͤnigs ſind ge⸗ woͤhnlich ſtolz und unausſtehlich, obgleich ſie oft in der groͤßten Armuth leben. Ohne ausdruͤcklichen Be⸗ fehl des Koͤnigs darf Niemand die Hand an ſie legen. Die Scherifen, welche nicht ſo nahe mit dem Koͤnige verwandt ſind, daß ſie irgend einen rechtlichen An⸗ ſpruch an den Thron haben koͤnnen, erhalten von ihm Geſchenke.
Der Koͤnig hat keinen Rath, wie etwa der tuͤrki⸗ ſche Divan iſt; auch keine Kammern, Kollegien u. ſ. w. alles geht gerade an ihn ſelbſt. Die Ausfertigung geſchieht von 2— 3 Sekretairen und einem Siegelbe⸗ wahrer. Die wichtigſten Papiere werden Mauren und Juden in die Haͤnde gegeben, welche oft nicht lefen und ſchreiben koͤnnen. Da nichts zu Buch gefuͤhrt wird, ſo kommen oft widerſprechende Befehle und Wieder⸗ holungen zum Vorſcheine. Der Koͤnig ertheilt woͤ⸗ chentlich zweimal Audienz unter freiem Himmel, wel⸗ che Moſchuar heißt. Die Klaͤger muͤſſen ein ange⸗ meſſenes Geſchenk bringen. Da der Koͤnig ſchon eine natuͤrliche Neigung zum Gelde hat, ſo ſucht er ſeine Einkuͤnfte jaͤhrlich zu vermehren.
Unter den 4 geſetzmaͤßigen Frauen des Koͤnigs iſt allzeit eine Scherifa, welche Lella Kebira: große


