Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

299

auf die rechte Seite mit der Hand unter dem Kopfe gelegt. Der Kopf liegt hoͤher als der Leib, das Ge⸗ ſicht iſt gegen Mekka gewendet. Waͤhrend der Beer⸗ digung verſammelt ſich eine Menge von Frauenzim⸗ mern, unter dieſen auch gemiethete Weinerinnen, welche in dem Trauerhauſe klagen, weinen und die Bruſt zerkratzen. Am folgenden Tage gehen die Wei⸗ ber zu dem Grabe, beklagen ſich auf das Neue, rich⸗ ten verſchiedene Fragen an den Verſtorbenen, weil ſie glauben, daß er alles ſehe und hoͤre. Dieſe Zeremo⸗ nie wird 8 Tage lang an jedem Morgen wiederholt, und in der Folge einmal im Jahre. Einige geben ihre Trauer dadurch zu erkennen, daß ſie kein Feuer im Hauſe haben, und ihre Kleider, welche ſie bei dem Todesfalle tragen, nicht eher ausziehen, bis ſie Schweiß und Alter unbrauchbar gemacht hat. Einige ſtellen Speiſe fuͤr Arme und Vögel auf das Grab.

Die Begraͤbniß⸗Stelle wird nach Umſtaͤnden ein⸗ gerichtet. Einige errichten einen langen, ſchmal ge⸗ hauenen Stein, mit einer Schrift auf demſelben, um das Grab werden Feldſteine in ein laͤngliches Viereck gelegt; andere ziehen eine kleine Mauer, 2 Ellen hoch, aus Stein und Kalk. Andere, welche fuͤr Heilig ge⸗ halten werden, oder aus einer anſehnlichen Familis ſind, erhalten ein großes Gebaͤude uͤber ihr Grab. Jenes iſt 8— 10 Ellen hoch, und hat eine Wohnung für die Aufſeher des Heiligthums angebaut; Nachts brennen Lampen in demſelben. Ein ſolches Grabmal