Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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286 ner Frau ſich ſcheiden laſſen. Hat er aberUrſache, und iſt doch Willens, ſie wieder zu nehmen, ſo muß er in den Scheidebrief ſetzen: daß er keine andere Urſache habe, als die Erlaubniß, welche ihm das Geſetz zugeſtehe; er

mußihr alsdann die Summe bezahlen, welche in dem Hei⸗

rathsvertrage feſtgeſetzt worden iſt. Kann er ſie hinge⸗ gen uͤberfuͤhren, daß ſie untreu oder ihm aufbrauſend geweſen iſt, ſo bezahlt er nichts. Dieſer Fall iſt ſel⸗ ten, weil bei dergleichen großen Vergehungen ſo viele Zeugen und Umſtaͤnde erfordert werden, daß der Kadi nur ſelten nach dem Geſetze urtheilen kann. Wenn der Mann ſeiner Frau den noͤthigen Unterhalt ver⸗ weigert, oder zu ihr ſagt: Allah ilanek(Gott fluche dich), oder wenn er drei Mal bei ihr falſch ge⸗ ſchworen hat, ſo kann die Frau von dem Manne ge⸗ ſchieden werden. 1

Eine Wittwe ſoll nach dem Tode ihres Mannes 4 Monate und 10 Tage trauern, welches Ada heißt; iſt ſie aber ſchwanger, ſo ſoll ſie bis zu ihrer Nieder⸗ kunft trauern. Die Familie des Verſtorbenen iſt ver⸗ pflichtet, ſie ſo lange zu unterhalten, welches man Nefeka nennt. Eine Negerin, als Beiſchlaͤferin

des Geſtorbenen, muß 2 Monate und s Tage trauern,

und dieß heißt Iſtibra. Iſt ſie waͤhrend dieſer Zeit ſchwanger, ſo iſt ſie nachher frei, und kann nicht ver⸗ kauft werden.

Sie gehen gemeiniglich ohne Licht zu Bett, und ſtehen vor Untergang der Sonne auf, wo ſie ſich ſo⸗