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Feinde aus dem Wege geraͤumt waren. Zugleich recht⸗ fertigte er ſeinen Schritt vor dem Volke, verſicherte demſſelben, daß er ihn nur nach reifer Ueberlegung und von der Kraft der Wahrheit uͤberwunden, gethan. Ein neues feierliches Religions⸗Geſpraͤch, gehalten in Ge⸗ genwart der Magnaten und nach einigen Tagen wie⸗ derholt, hatte fuͤr die Habeſſiniſchen Moͤnche denſelben ſchlechten Erfolg, wie alle fruͤheren, und der Koͤnig nahm nun keinen Anſtand mehr, ein Ediet ergehen zu laſſen, nach welchem kuͤnftig zwei Naturen in Chri⸗ ſtus, an welchen Satz eigentlich der ganze Streit ge⸗ knuͤpft war, geglaubt und golehrt werden ſollten, wel⸗ chem Ediecte ſpaͤter die Bedingung: unter Todes⸗ ſtrafe— beigefuͤgt wurde.— Aber nun ARahm auch die Sache eine ernſthaftere Wendung und Waffen⸗G walt, nicht Worte mehr ſollten den Kampf 6
Zuerſt beſchwerte ſich der Metropolit Simeon, daß man in Religions⸗Sachen ohne ſeine Zuziehung entſcheide, und drang auf wiederholte Religions⸗Ge⸗ ſpraͤche; aber er konnte nach Telle; kein Woͤrtchen erwiedern auf die Behauptungen, welche die Jeſuiten in denſelben aufſtellten. Da er ſich, obwohl uͤberwun⸗ den, dennoch nicht zufrieden ſtellte, ſondern zu Gewalt⸗ ſtreichen ſeine Zuflucht nahm, und den Bannſtrahl guf alle jene ſchleuderte, welche zwei Naturen in Chriſtus behaupteten, ſo bewirkte er wentgſtens ſo viel dadurch, daß der Koͤnig ein anderes, gelinderes Ediet heraus gab, wo es nur hieß, daß ein jeder die Freiheit habe, die Religion, wie ſie die Jeſuiten vortrügen, zu er⸗ greifen. Allein auch das war dem Metropoliten und leinen Moͤnchen noch zu viel: er nahm ſeinen Bann⸗ ſtrahl nicht zuruͤck. Die Gutdenkenden ſahen uun wohl mit Bedauern, daß, woferne der Koͤnig nicht nachgebe, Blut fließen wuͤrde, ja daß ſelbſt das Vaterland in das Verderben geſtörzt werden koͤnne. Man bat von Mlen Seiten den Susneus, von ſeinen Vorhaben


