Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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gegen den Koͤnig, durch welche deſſen Fall herbei ge⸗ fuͤhrt wurde, nicht mehr hindern konnte. Mit dem Tode Zadenghels ſanken zwar auf einige Zeit die Hoffnungen Peter Pays's; aber ſie erwachten auch wieder, als nach Beendigung des Krieges zwiſchen Jakob und Susneus, und nach dem Tode des erſteren, der letztere den Thron von Habeſſinien beſtieg. Dieſer nahm Peter Pays nebſt deſſen Genoſſen mit vieler Gewogenheit auf, und ſchenkte in allen ſei⸗ nen Antraͤgen ihm ein geneigtes Ohr. Er ſah ein naͤmlich den traurigen Zuſtand der Kirche und Reli⸗ gion in Habeſſinien, die ungeheuere Unwiſſenheit und Geiſtes⸗Beſchraͤnktheit des Habeſſiniſchen Clerus, und die ſo ſehr dagegen abſtechende Wiſſenſchaft und Bil⸗ dung der Jeſuiten. Er ſah ein, daß nur durch ſie der religioͤſe Zuſtand des Landes verbeſſert werden koͤnne, und beſchloß mit des Reiches Großen, wegen der Ein⸗ verleibung der Habeſſiniſchen in die lateiniſche Kirche, mit dem Pabſte Unterhandlungen anzuknuͤpfen. Als man endlich vollends die Erfahrung machte, daß in allen oͤffentlichen Religions⸗Geſpraͤchen, welche meiſtens das Dogma von den zwei Naturen in Chriſtus betra⸗ fen, der Habeſſiniſche Saͤcular⸗ und Regular⸗Clerus ſtets mit Schande abziehen mußte, da trat alsbald des Koͤnigs leiblicher Bruder, Ras⸗Seelarus, und kurz darauf, nach erhaltener Antwort von Rom, der Koͤnig ſelbſt der lateiniſchen Kirche bei, ohne daß ihm Jemand widerſprach, nachdem alle ſeine bedeutenderen