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den Grund der Tradition die roͤmiſchen Biſchoͤfe al ls die erſten aller chriſtlichen Patriarchen an; ja ſie ſuch⸗ ten, obgleich der Monophyſitiſchen und Mo⸗
notheletiſchen Ketzerei ergeben, dennoch die Freund⸗ ſchaft mit dem Pabſte ſo viel als moͤglich zu befeſtigen, zu welchem Ende man ſich oͤfters wechſelſeitige Ge⸗ ſandtſchaften ſchickte. Pabſt Alexander III, ſchrieb an Aethiopiens Koͤnig einen Brief, worin er die⸗ ſen ſeinen lieben Sohn nennt; Koͤnig Zera⸗
Jakob ſchickte Geſandte an Eugen Iv., Koͤrſg
David an Clemens VII., Paul III. beſtaͤtigte den uns ſchon bekannten Johannes Bermudes als Biſchof von Habſſinien; die in Rom anwe⸗ ſenden Habeſſinier genoſſen alle Auszeichnung, und der Paͤbſte vorzuͤgliches Wohlwollen. Kurz, es beſtand ein ſehr freundſchaftliches Vernehmen zwiſchen Ha⸗ beſſinien und Rom, bis es durch die Verſuche des letzteren, Aethiopien gaͤnzlich der kirchlichen Macht Roms zu unterwerfen, wieder geſtoͤrt ward.
Schon Ignaz von Lojola naͤmlich hatte im Sinne gehabt, Habeſſinien der roͤmiſchen Kirche ein⸗ zuverleiben, und in dieſer Abſicht ſelbſt ſich dahin zu begeben; allein Julius III. hatte es ihm nicht zu⸗ gegeben. Da wurde auf den Betrieb des Koͤnigs Johannes III. von Portugal Johann Nonius Barret, ein Jeſuit, mit der Patriarchal⸗Wuͤrde von Habeſſinien bekleidet, obwohl ſchon Bermudes vom Pabſte in derſelben Eigenſchaft beſtaͤtigt war. Zugleich


