249
als durch ein Kreuz, das er, ſo oft er ſich oͤffentlich ſehen laͤßt, in der Hand traͤgt, und den Voruͤberge⸗ benden zum Kuſſe reicht. Der Habeſſiniſche Clerus leht nicht im eheloſen Stande; doch iſt ein zum zwei⸗ ten Male verheiratheter Mann unfaͤhig, die beiligen Weihen zu empfangen.
VIII. Ueber die Trennung der Habeſſinier an der griechiſchen, und ihre Streitig⸗ keiten mit der roͤmiſchen Kirche
Die Habeſſinier waren von jeher in kirchlicher
Hinſicht unter dem Stuhle von Alexandrien.
Seit dem Kirchenrathe von Chalcedon aber, wel⸗ cher unter dem Kaiſer Marcian gebalten wurde, trennte ſich dieſe Kirche in Folge der Eutychiani⸗ ſchen Zaͤnkereien von der griechiſchen Kirche, und mit ihr wurden in dieſes Schisma auch die Habeſſi⸗ nier verwickelt.
Hoͤchſt ſchaͤdlich wirkte dieſe Kirchen⸗Spaltung auf das Alexandriniſche Patriarchat. Denn alle ihm uunterworfenen Gemeinden bildeten wieder Partheien, and waͤhlten ſich ihre eigenen Patriarchen. Unter
ibnen nennt uns die Ketzer⸗Geſchichte beſonders die Patriarchen der Melchiten und Jacobiten, zu welchen letzteren ſich die Habeſſinier ſchlugen, und ſich ſo von der griechiſchen und roͤmiſchen Kirchen⸗ Gewalt losriſſen. Doch ſaben ſich noch immer auf


