238 ganze Land. Unter ihnen werden vorzuͤglich 9 genannt, welche durch die Geſaͤnge Aethiopiſcher Dichter ge⸗ feiert werden.
Außer dieſen Moͤnchen gab es in Habeſſinien noch viele andere Lehrer des Chriſtenthums, die ſich um deſſen Ausbreitung große Verdienſte ſammelten, viele Martyrer und Heilige, welchen faſt unglaubliche Wun⸗ der zugeſchrieben werden, und Asceten, die ein wirk⸗ lich ſehr beſchauliches Leben fuͤhrten. Unter ihnen ſtand im Rufe vorzuͤglicher Heiligkeit ein gewiſſer Gabra Menfes Keddus, d. i. Diener des heil. Geiſtes, welcher mit einem h. Antonius und andern h. Einſtedlern das Moͤuchthum in Habeſſinien ein⸗ fuͤhrte, in geſetzliche Orduung brachte, und vervoll⸗ kommnete.
Der letzte Vorſteher ſaͤmmtlicher Habeſſiniſchen Moͤnche war Euſtathius. Er ging, ohne einen Nachfolger zu erwaͤhlen, nach Armenien, und die Moͤnche ſelbſt erwaͤhlten ſich keinen. Jeder Abt, der immer durch Stimmen⸗Mehrheit zu dieſer Wuͤrde ge⸗ langt, leitet von nun an nach Gutduͤnken ſein Klo⸗ ſter. Uebrigens iſt Habeſſinien ſo voll von Moͤnchen, daß ſie dem Staate zur Laſt fallen, da ſie gegen die Feinde nicht zu brauchen, und von allen Abgaben frei
ſind.— Zudem iſt die ganze Verfaſſung des Moͤnch⸗ thums die allerſchlechteſte. Ohne Habit, ohne ange⸗ meſſene Beſchaͤftigung, ohne ordentliche Kloͤſter, ſind die Monche mehr Bauern, die ihr Stuͤck Feld bear⸗


