Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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beiten, von deſſen Ertrag ſie leben, und welche, wie⸗

wohl auch das nicht immer, im eheloſen Stande leben. Sogar Civil⸗Aemter begleiteten ſie ſchon oͤfters, und die Miſſions⸗Prieſter ſprachen deshalb auch gar nicht gut von ihnen. Nach Telles gibt es auch Nonnen in Aethiopien, von denen man jedoch nichts Ge⸗ wiſſes weiß.:

IV. Von den heiligen Buͤchern der Ha⸗ beſſinier.

Mit dem Chriſtenthume erhielten die Habeſſinier auch die heilige Schrift. Das alte Teſtament haben ſie aus einem Alexandriniſchen Exemplare der 70 Dol⸗ metſcher uͤberſetzt; wann und von wem, iſt ungewiß. Doch iſt wahrſcheinlich, daß dieſe Ueberſetzung zur Zeit der Bekehrung der Habeſſinier, oder bald darauf, und, wie der Text lehrt, von mehreren Autoren ge⸗ fertiget wurde.

Das neue Teſtament haben ſie in der Ueberſetzung aus einem authentiſchen griechiſchen Texte, nicht, wie Einige glauben, aus der Vulgata.

Die Habeſſinier haben uͤbrigens die ganze heilige Schrift, eben ſo viele Buͤcher, als wir; aber eine an⸗ dere Eintheilung derſelben, wobei ſie ſich mehr nach der Groͤße, als nach den inneren Eigenſchaften der Buͤcher gerichtet zu haben ſcheinen. Demnach theilen ſie das alte Teſtament in 4 Haupttheile. Den erſten Sbeil nennen ſie das Geſetz, oder den Octateuch,