209 3
zaͤhmen, und durch die Kuͤnſte des Friedens zu bilden ſich bemuͤhen; wuͤrden ſie durch Erbauung von Staͤdten
und Schloͤſſern ſich ſelbſt ſowohl mehr civiliſiren, als
auch ſchuͤtzen gegen feindliche Augriffe; wuͤtden ihre Koͤnige etwas von ihren Rechten nachlaſſen, die Laͤn⸗ dereien den Unterthanen als Eigenthum uͤberlaſſen, und das Lehenweſen einfuͤhren; wuͤrden die Hateſſinier die Erzeugniſſe ihres Landes geboͤrig ſchaͤtzen lernen; wuͤrden ſie die Haͤfen und Inſeln des rothen Meeres nicht ſo ruhig den Tuͤrken uͤberlaſſen; wuͤrden ſie end⸗ lich bei der Oiganiſtrung ihres Reiches von den chriſt⸗ lichen Fuͤrſten Suropa's unterſtuͤtzt werden, nicht ſowohl geleitet von chriſtlicher Liebe oder der Hoffnung, das Chriſtenthum weiter auszubreiten, als vielmehr der Macht der Tuͤrken einen Damm zu ſetzen; wuͤrde dieß Alles verwirklichet werden: ſo wuͤrden die Ha⸗ beſſinier nicht nur mit leichter Muͤhe ihre verlornen Laͤnder wieder erobern, ſondern auch in Kurzem eines der blühendſten und maͤchtigſten Voͤlker werden. Die Einkuͤnfte des Koͤnigs von Habeſſinten beſte, hen nicht in baarem Gelde: denn Muͤnzen werden bei den Habeſſiniern nicht geſchlagen; ſondern in den na⸗ tuͤrlichen Erzeugniſſen des Landes, z. B. Gold, welches in rohem Zußande und in großer Quantitaͤt aus den Provinzen abgeliefert wird; Pferde, welche Art von Abgabe Malae⸗Sagbhed ſeinen Unterthanen erließ, um den Gallanern deſto eher widerſtehen zu koͤnnen; Hornvieh und kleineres Vieh, welche eintraͤgliche 90. B. Afrika. J. 2. 6


