Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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X. Von der Macht und den Einkuͤnften des Koͤnigs von Habeſſinien.

Bei der unumſchraͤnkten Gewalt uͤber ſein Reich, bei der Herrſchaft uͤber ſo viele Laͤnder, laͤßt ſich leicht denken, daß die Macht des Koͤnigs von Habeſſinien in fruͤheren Zeiten ſehr bedeutend geweſen ſeyn mag. Die Ehrfurcht der benachbarten Fuͤrſten vor ihnen, ihre Zuͤge nach Aſien, die Vertilgung der Homeri⸗ ten durch den Koͤnig Caleb, der ruhmvolle Zug des Koͤnigs Cyriakus nach Aegypten gegen die Tuͤr⸗ ken, veranlatzt durch die Verfolgungen der Chriſten, beweiſen dieſes zur Genuͤge. Als aber die Macht der Tuͤrken immer hoͤher ſtieg; als dieſe alle benachbarten Laͤnder unterdruͤckten; da wichen auch die Habeſſinier aus Axuma, mußten ſich immer mehr gegen das Innere von Afrika ziehen, ihr Reich durch geringe aus einander gelegene, kein Ganzes bildende Laͤndereien verſtaärken, und konnten ſo auch gegen Außen nichts Erhebliches mehr ausrichten. Dazu kamen die unheik⸗ vollen Kriege mit den Adelenſern, die beſtaͤndigen Anfaͤlle der Gallaner, wodurch ihre beſten Provin⸗ zen ganz verloren gingen, und die Macht der Ha⸗ beſſinier fuͤr immer gebrochen wurde.

Wuͤrden dieſe mit der Kriegskunſt und den Waffen der Europaͤer bekannt zu werden ſuchen; wuͤrden ſie Kolonnen ausſenden, durch ſie vielleicht jene wilden, und an keins ſeſten Wohnſitze gebundenen Voͤlker