Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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milde behandelte, und ihn blos nach Enarea, der aͤußerſten Provinz Aethiopiens verbannte, wohin er ihn unter ſtarker Bedeckung ſchickte.

Zadenghel beſaß bei einem angenehmen Aeu⸗

ßeren auch ſchoͤne Gaben des Geiſtes; beſonders aber machten ihn ein im Gluͤcke und Ungluͤcke bewaͤhrter feſter Charaeter, und eine ſeltene Guͤte und Sanft⸗ muth, die auch Feinden gerne verzieh, ſeines Amtes vollkommen wuͤrdig. Ein Beiſpiel ſeiner perſoͤnlichen Tapferkeit und ſeines entſchloſſenen Muthes legte er im Kriege gegen die Gallaner ab. Mit 3 Heeren hatten dieſe Habeſſinien angegriffen, bereits den Statt⸗ halter von Gojam geſchlagen, und kuͤhn durch ihren Sieg, auch den zur Huͤlfe eilenden Zadenghel durch ihren erſten furchtbaren Andrang geworfen. Schon riethen die Heerfuͤhrer ihm zur Flucht, aber „ich werde hier fallen,“ rief er,„fliehet ihr auch, ihr werdet vielleicht den Haͤnden der Gallaner, nicht aber dem Schimpfe, euern Koͤnig verlaſſen zu haben, ent⸗

rinnen.“ Er ſprach es, ſprang vom Roſſe, nahm ſei⸗

nen Schild, zog das Schwerdt, und ſtürzte in die Feinde. Schwer hatte dieſe Rede die Habeſſinier ge⸗ troffen! Wuth und Scham bemaͤchtigten ſich ihrer; dicht ſchließen ſie ſich um ihren Koͤnig, die Gallaner muͤſſen weichen; auch die Fluͤchtlinge kehren um, und die Feinde leiden eine graͤßliche Niederlage. Ohne ſeinem Heere Ruhe zu goͤnnen, fliegt Zadenghel uͤber die Gebirge, uͤberraſcht und ſchlaͤgt der Feinde