Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

196

zoͤrte jedoch auch den Gottesdienſt der lateiniſchen Chriſten nicht.——

Micht ſo groß, wie ſein Kriegsgluͤck, war das haͤusliche Gluͤck Sertza⸗Deng hels. Seine Ge⸗ mahlin Marianſena gebar ihm zwar viele Toͤchter, aber keinen Sohn, und ſeine beiden natuͤrlichen Soͤhne Zamariam und Jakob waren nach Aethiopiſchen Geſetzen nicht zur Regierung faͤhig. Um daher einem bei folchen Gelegenheiten leicht moͤglichen Buͤrger⸗ kriege vorzubengen, waͤhlte Sertza⸗Deng hel ſei⸗ nes Bruders Leganar Sohn, Zadenghel, zu ſeinem Nachfolger, und ſtellte ihn feierlich als ſolchen den Magnaten des Reiches vor. Allein wenige Mo⸗ nate vor ſeinem Tode reute ihm ſeine Wahl: er wurde Zadenghel abhold, und dieſem Jakob, ein Knabe von ⸗ Jahren, nicht unwahrſcheinlich Sertza Deug⸗ hels natüuͤrlicher Sohn, in der Thronfolge vorgeio⸗ gen. Die Magnaten waren zufrieden, unter einer Kinder⸗Regierung große Vortheile fuͤr ſich vorausſe⸗ hend. Aber als der Koͤnig, zuruͤckgekehrt aus einem Kriege gegen die Gallaner, in eine Krankheit ſiel⸗ und ſeinen Tod fuͤhlte, aͤnderte er ploͤtzlich noch ein⸗ mal ſeine Geſinnung, eroͤffnete in einer Rede den Staͤnden des Reiches, daß er ſeiner vaͤterlichen Liebe Gerechtigkeit und Recht, und das Wohl des Vater⸗ landes vorziehen wolle, und empfahl ihnen ſeinesn Bru⸗ ders Sohn Zadenghel zu ſeinem Nachfolger, wo⸗ rauf er bald verſchied. S