177
XV. Von den benachbarten Voͤlkern Ha⸗ beſſiniens, und von den Gallanern ins Beſondere.
Im vorigen Jahrhunderte waren die Adelen⸗ ſer, welche in einem blutigen Kriege unter ihrem Anfuͤhrer Grain oder Grainhe die Macht der Habeſſinier ſo erſchuͤtterten, daß ſie ſich ſeitdem nie wieder ganz erbolten. Dadurch ward es anderen ihrer Nachbarn, den Gallanern, moͤglich, die Habeſſinier auf alle Art zzu befeinden, und die Tuͤrken fanden Gelegenheit, ſich ihnen zu neuen noch gefaͤhrlicheren Nachbarn aufzudtingen. Denn dieſe hatten, ſich der See⸗Steaße nach Indien zu verſichern, eine Flotte in das Erythraͤiſche Meer geſchickt: weil aber die Portugieſen, die den indiſechen Handel allein haben wollten, alle Fahrzeuge der Tuͤrken wegnahnen⸗
ſo beſetzten dieſe die Habeſſiniſchen Inſeln Sua⸗ gquena und Matzua, ohne daß die Habeſſinier es hinderten, wovon ſie bald die nachtheiligen Folgen
fuͤhlen mußten, theils in der Unterſtuͤtzung, die jetzt die Tuͤtken ihren Feinden zukommen ließen, theils in den freiwilligen Abgaben, die ſie an die tuͤrkiſchen Paſchas zu entrichten haben, um freien Einlaß fuͤr Menſchen und Waare in ihr Land zu erhalten.
Aber furchtbarer noch ſind den Habeſſinienn die
wilden Gallaner, und nur die Uneinigkeiten dieſer
50. V. Afrika. I. 2. 3 4


